Die stetig steigenden Infektionszahlen weltweit verbreiten Angst und Schrecken – vor einer möglichen Erkrankung, aber auch vor unvorhersehbaren politischen Reaktionen. Immer wieder werden Verordnungen von Gerichten einkassiert. Sender und Förderungen strecken sich nach Lösungen. Doch Filmschaffende sehen sich nicht nur mit monothematischen Herausforderungen konfrontiert. Entwicklungsfinanzierung, Fachkräftebindung, Auslandsdreh und neue Bürokratie-Aufgaben runden den Alltag ab. Ein Glück, dass Produzent/-innen optimistisch und pragmatisch durchs Leben gehen.

Eine erschreckende Entlassungswelle rollt durch die amerikanischen Major Studios in den USA. Immer wurde die Wichtigkeit des Premium-Verbreitungsweges Kino für herausragenden Content beteuert. Für Kinoketten galten die marketingschweren Tentpole Produktionen als Umsatzgaranten. Die Arthouse Kinos sind hingegen für anspruchsvolle und außergewöhnliche Filme oftmals der einzige Weg, an der engen Fernsehprogrammierung vorbei, ihr Publikum zu finden. Bedeutet die jüngste amerikanische Entwicklung das „Aus“ für hiesige Kinoproduktionen?

 

Wie erwartet steigen die Covid-19-Infektionszahlen nach der Urlaubssaison und bei kühlerem Wetter, bei dem sich das Treffen mit sozialen Kontakten wieder mehr in Innenräume verlagert. Um Deutschland herum explodieren die Zahlen. Längst überwiegen Reiserisiken etwaige, regionale Förderchancen bei der Standortwahl. Aber was bedeutet das für Produktionen aus betroffenen Regionen wie Berlin-Kreuzberg oder München? Wo dürfen Schauspieler und Stabmitglieder aus deutschen Risikogebieten drehen?

Wieder einmal wird die Filmbranche bei der Gesetzgebung vergessen. Seit Anfang September bedroht ausgerechnet das neue Waffengesetz Produktionen mit strafrechtlichen Konsequenzen bei der Nutzung von weltweit etablierten Requisiten. Weil die „Bedrohungswirkung“ eines Imitats genauso hoch sei, wie die einer echten Waffe, werden Requisiten-Waffen so behandelt wie reale Waffen. Die ohnehin eher harmlosen deutschen Krimis finden wohl künftig waffenfrei statt. Ob das so beabsichtigt war, darf angezweifelt werden.

Der Blick auf die Infektionszahlen ist für viele ein tägliches Prozedere geworden. Die Corona-Statistik ist quasi der neue Wetterbericht: Wo kann ich drehen und welche neuen Regeln müssen befolgt werden? Die Finanzierung und Refinanzierung der Mehrkosten oder gar kompletter Ausfallkosten stellt Produzenten vor große Herausforderungen. Auch die punktuell steigenden Fallzahlen auf Grund von Urlaubsheimkehrern setzen die Branche unter Spannung, denn jeder Schritt nach vorne ist zunächst ein Schritt auf dünnes Eis.

Authentizität besitzt einen hohen Wert in langfristigen Beziehungen. Das betrifft Kunden, Mitarbeiter und Lieferanten. „Sage ich, was ich denke – tue ich, was ich sage?“ ist nur das plakativste Statement in diesem Kontext. Aus Authentizität leitet sich direkt Glaubwürdigkeit ab und nicht zuletzt Zuverlässigkeit.

Trotz vereinzelter Corona-Vorfälle stabilisiert sich der TV-Produktionsmarkt zusehends und auch immer mehr Kinoproduktionen fahren wieder hoch. Eben war eine ganze Branche noch schockgefroren und erst seit wenigen Wochen gibt es Regelwerke und Rettungsstrukturen. Doch der Contenthunger und der Umsatzdruck helfen, die persönlichen und unternehmerischen Bedenken vom Tisch zu wischen. Alles also wie früher und weiter so? Viele Fragen sich, wer schneller ist: Die drohende Pleitewelle oder der nächste Boom.

Am Anfang der Corona-Krise stand Italien mit dramatischen Berichten im Mittelpunkt. Inzwischen hat man dort nicht nur die Pandemie unter Kontrolle. Auch an Filmsets für nationale und internationale Produktionen herrscht ein neuer Alltag. Hierzu gehören auch strenge, aber praxistaugliche Hygieneregeln. Jetzt punktet Italien mit seiner starken Förderung für TV- bzw. Kinoproduktionen und inspirierende Cover-Sets für viele Teile der Welt.

Zuletzt wurde die Verbindlichkeit der BG ETEM Richtlinie von derselben relativiert. Man möchte gemeinsam mit der Branche Ideen für eine praxisnahe Implementierung geben, aber nicht den Rechtsrahmen definieren. Was heißt das jetzt für Produzenten? Nach welchen Kriterien soll die Entscheidung getroffen werden, jetzt zu produzieren oder noch zu warten?

 

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